Hochzeitslexikon von A - Z

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Begriff Definition
Aufgebot

Ein Aufgebot ist die öffentliche Verkündigung einer beabsichtigten Eheschliessung. Durch das Aufgebot soll jedermann Gelegenheit erhalten, noch vor der Durchführung der Eheschliessung eventuelle Ehehindernisse vorzubringen. Zu unterscheiden sind das kirchliche und das staatliche (standesamtliche) Aufgebot.

Aussteuer

Als Aussteuer oder auch als Mitgift werden Güter bezeichnet, die die Braut mit in die Ehe bringt. In Deutschland war es bis ins 20. Jahrhundert üblich, dass junge Frauen bis zum Zeitpunkt der Heirat eine Grundausstattung an Gütern für den zukünftigen Haushalt erworben hatten. Diese als Aussteuer bezeichneten Güter bestanden häufig aus hochwertigen Heimtextilien, Essgeschirren und anderen im Haushalt benötigten Gegenständen, die meist in Form von Geschenken erworben und bis zur Heirat aufbewahrt wurden. Diese Tradition verlor im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung und dürfte heute nur noch selten anzutreffen sein.

Blumenkind

Ein Blumenkind (in manchen Teilen Deutschlands Streuengel genannt) ist ein Kind, das anlässlich einer Hochzeitsfeier vor dem Brautpaar beim Auszug aus der Kirche Blumen streut. Auf dem Weg aus der Kirche heraus – bei einigen Brautpaaren auch auf dem Weg zum Traualtar – streuen ein oder zwei kleinere Kinder – meist im Alter zwischen 3 und 10 Jahren – kleine Streublumen, sodass das Brautpaar auf einem bunten „Blumenteppich“ schreitet. Seit den 1970er Jahren begleiten die Blumenkinder das Brautpaar auch beim Auszug aus dem Standesamt, wenn nicht kirchlich geheiratet wird. Mädchen tragen zu diesem Anlass festliche Kleider, die sich nach dem Stil des Brautkleides richten können. Auch Jungen werden festlich gekleidet. Das Streuen von Blumen ist ein alter heidnischer Brauch. Durch den Duft der Blüten sollen die Fruchtbarkeitsgötter auf das Brautpaar aufmerksam werden und für reichen Kindersegen sorgen.

Brautführer

Der männlicher Gegenpart zur Brautjungfer hatte ursprünglich den Auftrag, die Braut vor irdischen Gefahren wie Plünderern zu schützen.

Brautjungfer

Die Brautjungfern waren ursprünglich dazu da, böse Geister von der Braut abzulenken. Sie zogen sich schöne Kleider an, um der Braut ähnlich zu sehen und somit die bösen Geister zu verwirren: Sollte ein böser Geist sich dazu entschließen, die Braut besetzen zu wollen, hatte er mehrere gleichgekleidete Frauen zur Auswahl und konnte nicht feststellen, welche die echte Braut war. Die Brautjungfer stellte somit einen Schutz vor sämtlichen spirituellen Gefahren dar. Heutzutage ist die Brautjungfer oft nach der Trauzeugin die wichtigste Helferin der Braut in den Vorbereitungen der Hochzeitsfeier. Sie sollte ledig sein und die Braut sehr gut kennen, vielleicht sogar mit ihr oder dem Bräutigam verwandt sein. Am Hochzeitstag ist die Brautjungfer die wichtigste Hilfe für die Braut; sie begleitet sie im Hochzeitszug in die Kirche oder geht mit dem Brautführer direkt hinter dem Brautpaar, trägt eine eventuelle Schleppe und nimmt ihr während der Trauzeremonie den Brautstrauß ab.

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